Sagenhaftes Mariazeller Land – Teil II

29. April 2019 von dorfresortadmin Kein Kommentar

Heute stellen wir eine weitere bekannte Sage aus dem Mariazeller Land vor. Diesmal begeben wir uns – passend zum Start in die neue Wandersaison – in die romantischen Ötschergräben und Hinteren Tormäuer, mitten im Naturpark Ötscher-Tormäuer. Entfliehen Sie mit uns in eine andere Welt!

Der Stierschwanz in den hinteren Tormäuern

Seit langer Zeit trieben fleißige Bauern ihr Vieh auf die üppige Ötscherweide, den Ochsenboden. Man freute sich über das prächtige Gedeihen der Tiere. Jeden Herbst gab es einen schmuckvollen Almabtrieb. Dieses zufriedene Dasein jener einfachen Christenmenschen konnte der Höllenfürst nicht länger mitansehen. So dachte er nach, wie er ihnen seine Gewalt spüren lassen könnte. Er entführte einen der kräftigsten Stiere dieser Bergweide bis zum Rand der Schlucht. Das gescheite Tier blieb aber stehen und rührte sich nicht vom Fleck. Darüber wurde der Teufel so zornig, dass er mit einem Prügel auf den Stier eindrosch und diesen in die Tiefe stürzte. Nur der abgeschlagene Schwanz blieb oben liegen. Alsbald erschien am Himmel das Zeichen der Erlösung und rundum erstarrte alles zu mächtigen Felsen. Auch der Stierschwanz verwandelte sich zu Gestein und stellte sich drohend gegen den Himmel. Da überkam den Teufel ein großes Angstgefühl und er verschwand blitzschnell in seinem Jammerkessel. Beiderseits der Felsschlucht überzogen sich die Hänge mit den herrlichsten Alpenblumen.
Heute finden nur noch die geschickten Gemsen einen Weg durch die Klüfte und Kare. Hoch oben aber lädt der steinerne Felszacken des „Stierschwanzes“ zu einem weiten Rundblick über die schöne Region.

Zusammenstellung der Sagen von Heinz Fahrngruber

© TV Mitterbach/Weg(er)bauer

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