Sagenhaftes Mariazeller Land – Teil I

22. März 2019 von dorfresortadmin Kein Kommentar

Die Region des Mariazeller Landes ist voll von Mythen und Sagen. Sie ragen wie Ruinen in eine längst verschwundene Zeit. Sie geben Zeugnis vom Wesen und der Phantasie der Vorfahren, die einst in dem zauberhaften Gebiet rund um den Ötscher lebten. Wir entführen Sie in den nächsten Wochen in die Welt der Sagen. Machen Sie sich mit uns auf die Reise!

Die Sage von der Entstehung des Erlaufsees

Heute zeigt sich der Erlaufsee mystisch von silberhell bis graublau, das Wasser kristallklar. Vor langer, langer Zeit aber soll an der heutigen Stelle, wo sich der See ausbreitet, ein fruchtbares Land gewesen sein. Wogende Felder und blumenübersäte Wiesen erfreuten den vorüberziehenden Wanderer. Das alles gehörte einem fleißigen, aber ebenso geizigen Bauern. Während andere an Sonn- und Feiertagen zur Kirche gingen, schuftete er auf seinen Feldern. Alle warnten schon vor der Strafe des Himmels, doch er selbst hatte nur Spott dafür. Es dauerte nicht lange, da zogen über Gemeindealpe und Zellerhut schwarze Gewitterwolken auf und der Tag wurde zur Nacht. Jedem Blitz folgte ein gräßlicher Donnerschlag und ein abgrundtiefer Spalt überzog die Felder des Bauern. In seine Arbeit vertieft, wurde der Unglückliche samt seinem Ochsengespann von der aufgerissenen Erde verschlungen. Dann prasselte endlos der Regen nieder. Das Wasser jedoch verlief sich nicht, es stieg über das Anwesen so hoch wie die Bäume und immer höher, bis das ganze Tal ausgefüllt war. Rein und klar kräuseln sich seit jenen Tagen die Wellen des Bergsees und nichts erinnert mehr an den Bauern und sein Anwesen.

Zusammenstellung der Sagen von Heinz Fahrngruber

© www.mariazellerland-blog.at

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